Datum/Zeit
25/03/2021
19:00 - 20:15
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Art der Veranstaltung
Online-Veranstaltung, Vortrag/Diskussion

Veranstaltungsort
Berlin, Berlin, Berlin,

Veranstaltungsbereich
Sonstige

Veranstaltungsthemen
Migration/Integration, Antimuslimischer Rassismus , Alltagsrassismus, Institutioneller Rassismus

Veranstalter
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung

Webseite
dezim-institut.de


Beschreibung

Eine Veranstaltung der Geschäftsstelle für den Rassismusmonitor am DeZIM-Institut.

Wie viele der Patientinnen und -Patienten, die mit Covid 19 auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Deutschland liegen, haben einen Migrationshintergrund? Überdurchschnittlich viele, mutmaßte kürzlich der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. Zwar liegen zu Herkunft, Nationalität oder Religion von Covid-19-Patienten hierzulande keine belastbaren Zahlen vor. Wieler stützte sich lediglich auf Beobachtungen in einigen wenigen Krankenhäusern. Aber weisen diese möglicherweise ein bisher wenig beachtetes Problem hin? Erkranken Migrant*innen und deren Nachkommen tatsächlich häufiger an Corona als andere Gruppen? Und wenn ja, warum?

Wieler führte das Phänomen auf „Parallelgesellschaften“ und „sprachliche Barrieren“ zurück und hob Muslime hervor, indem er empfahl, über Moscheen und Imame „auf diese Religionsgruppe“ einzuwirken. Kritiker*innen dagegen führten an, soziale Benachteiligung und struktureller Rassismus in der Gesundheitsversorgung könnten ein Grund sein, warum Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland häufiger an Corona erkranken und häufiger schwerere Verläufe zeigen.

Welche gesellschaftlichen Ungleichheiten spiegeln sich in unserem Gesundheitssystem? Welche Gruppen sind besonders gefährdet, und wie lassen sie sich erreichen und schützen? Welche Forschung braucht es dazu? Und ist es in Deutschland ein „Tabu“, darüber zu sprechen?

Darüber sprechen wir mit unseren Gästen:

Memet Kılıç ist Jurist und Politiker. Er ist Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates (BZI). Von 2009 bis 2013 war er Mitglied im Bundestag und war integrationspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.

Dr. med. Thomas Voshaar ist Chefarzt der Lungenklinik im Krankenhaus Bethanien in Moers. Dort wurden inzwischen mehr als 300 Patient*innen mit schweren Covid-Erkrankungen behandelt. Er ist Vorsitzender des Verbandes Pneumologischer Kliniken. Während der Pandemie hat er u. a. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beraten.

Dr. Laura Scholaske ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Integration am DeZIM-Institut. Von 2016 bis 2019 arbeitete sie am Institut für Medizinische Psychologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie forscht zu dem Themenfeld Migration und Gesundheit.

Moderation: Gilda Sahebi ist freie Journalistin, taz-Kolumnistin und bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen aktiv. Sie ist ausgebildete Ärztin und Politikwissenschaftlerin und schreibt über Antisemitismus und Rassismus, Medizin und Frauenrechte.

Ihre Fragen können Sie während der Veranstaltung im Youtube-Chat stellen oder per Mail an veranstaltungen@dezim-institut.de schicken.

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hat einen eigenen YouTube-Kanal. Der DeZIM-Kanal präsentiert die Arbeit des DeZIM-Instituts und der DeZIM-Forschungsgemeinschaft und gibt Einblicke in die aktuelle Forschung unserer Wissenschaftler*innen. Dort sind Vorträge, Gesprächsformate und Diskussionsreihen wie DeZIM_talk oder DeZIM_meets taz talk (eine Kooperation mit taz. die tageszeitung) abrufbar. In den Videos stehen wissenschaftliche Fragen und Debatten im Fokus.

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