Datum/Zeit
25/03/2021
19:00 - 21:00
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Art der Veranstaltung
Online-Veranstaltung, Vortrag/Diskussion

Veranstaltungsort
Zinnschmelze, Maurienstr.19, 22305 Hamburg, Hamburg

Veranstaltungsbereich
Vereine (sonstige), Sonstige

Veranstaltungsthemen
Rassismus gegen Schwarze, Alltagsrassismus, Institutioneller Rassismus

Veranstalter
Zinnschmelze, Mitglieder des Arbeitskreises Hamburg Postkolonial und VVN BdA Hamburg Nord

Webseite
https://www.zinnschmelze.de


Beschreibung

Was können wir tun, um würdige Straßennamen und zu finden? Vortrag: Keine Ehre für Adolph Woermann und Justus Strandes! Bildvortrag von Holger Tilicki, Mitglied im Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
In unserem Vortrag informieren wir darüber, warum Straßennamen nach Kolonialprofiteuren in Ohlsdorf durch Namen von antikolonialen Widerstandskämpfer*innen ersetzt werden müssen. Seit Jahrhunderten gibt es in Hamburg Profiteure und Akteure, von denen Adolph Woermann und Justus Strandes nur zwei sind, die auf Stadtteilebene identifiziert worden sind.

Unterstützt durch einen Brief von sechs migrantischen Vereinigungen in Hamburg sowie drei Organisationen der Herero und Nama aus den USA und Namibia konnte im Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel am 15.4.2019 die Zustimmung zu einem Antrag erwirkt werden, die nach Woermann benannten Straßen umzubenennen. Das ist aber erst der Anfang, denn bisher ist es noch nicht geschehen und es gibt in Hamburg zahlreiche weitere kolonial belastete Straßennamen.Wir stellen außerdem alternative Straßennamen vor, wie sie von u.a. der Black Community in Hamburg vorgeschlagen wurden.

Ein Fauxpas: Emily-Ruete-Platz in Hamburg-Nord, Bildvortrag 20 Min. von Hannimari Jokinen, Mitglied im Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Die Gründung von „Deutsch-Ostafrika“ (1885-1918) beruht auf dem Kolonialmythos, den Sklavenhandel am Indischen Ozean zu bekämpfen. Dabei führten die deutschen Kolonisten selbst, darunter auch Hamburger Handelshäuser, ein unerbittliches Regime von Zwangsarbeit und Terror ein. Hunderttausende Menschen aus der Zivilbevölkerung fielen dem Menschenhandel, Kolonialismus und den Kolonialkriegen zum Opfer. Eine Profiteurin von Zwangsarbeit in den eigenen Plantagen war Sayyida Salme (1844-1924), Tochter des Sultans von Sansibar. Sie heiratete den Kaufmann Rudolph Heinrich Ruete und lebte als Emily Ruete ein paar Jahre auch in Hamburg. In den Büchern, die sie in ihrem späteren Leben schrieb, verharmloste sie den Menschenhandel. In Hamburg wurde und wird Sayyida als „arabische Prinzessin“ exotisiert und essentialisiert. Seit 2019 ehrt der Bezirk Hamburg-Nord Emily Ruete mit einem neuen Platznamen. Die unreflektierte Benennung reiht sich ein in eine jahrelange kontroverse Debatte über die vielen kolonialen Straßennamen in Hamburg. Im Vortrag werden auch mögliche neue Namensgeber:innen vorgestellt. Es sind Persönlichkeiten, die in Ostafrika Widerstand gegen das koloniale Unrecht leisteten.

Anmeldung unter info@zinnschmelze.de, dann erhaltet ihr einen Link zu Zoom, wenn ihr mit uns sprechen wollt oder zu YouTube, wenn ihn nur zuhören möchtet

Eine Veranstaltung von der Zinnschmelze, Mitglieder des Arbeitskreises Hamburg Postkolonial und VVN BdA Hamburg Nord

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