Planungstagung zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

29. September 2025

Am 22. September 2025 fand im Erbacher Hof, Akademie und Tagungszentrum des Bistums Mainz, die zentrale Planungstagung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 statt. Mehr als 80 Fachkräfte und Engagierte aus Deutschland und dem europäischen Ausland nahmen teil. Das Programm umfasste Fachvorträge, Workshops und Tischgespräche. Durch den Tag führte Halima Gutale, Vorstandssprecherin der Stiftung.

Den Auftakt bildete um 11 Uhr die Begrüßung durch Dr. Annette Wiesheu von der Katholischen Akademie Mainz. Sie skizzierte die Verankerung von Rassismus- und Antisemitismus-Themen im Programm der Akademie und unterstrich die Bedeutung der Internationalen Wochen über den Aktionszeitraum hinaus.

Anschließend sprach Staatsministerin Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz. Sie bekräftigte die Unterstützung der Landesregierung und verwies auf die angespannte Ressourcenlage vieler Kommunen und Organisationen.

Dr. Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung, hob im Anschluss die Breite der vertretenen Akteurinnen und Akteure hervor und betonte die gesellschaftliche Relevanz des Engagements gegen Rassismus.

Über aktuelle Entwicklungen berichtete Dr. Isabel Schmidt, Referentin der Stiftung. Trotz Haushaltskürzungen und Störaktionen sei die Zahl der gemeldeten Veranstaltungen sowie der beteiligten Städte und Kommunen gestiegen. Ein detaillierter Rückblick findet sich in der offiziellen Dokumentation.

Unter dem Titel „Herausfordernde Bedingungen der UN-Tage gegen Rassismus in Deutschland“ referierten Alice Heisler (Stadtjugendring Stuttgart e.V.) und Markus Kemper (Kulturbüro Sachsen e.V.). Kemper stellte die Lage in Dresden und Ostdeutschland vor, wo Rechtsextremismus, strukturelle Defizite und gesellschaftliche Polarisierung die Arbeit erschweren. Heisler ging auf finanzielle Herausforderungen ein: Kommunale Einsparungen und auslaufende Bundesprogramme zwängen Organisatorinnen und Organisatoren zu neuen Strategien – wie in Stuttgart im laufenden Jahr.

Einen internationalen Blick bot Vithyaah Subramaniam von der Fachstelle für Migrations- und Rassismusfragen der Stadt Bern. Sie erläuterte die Entwicklung der dortigen Aktionswochen, die seit 2011 jährlich unter wechselnden Schwerpunkten stattfinden.

Zum Abschluss des Vormittags präsentierte Dr. Isabel Schmidt das Motto und den Botschafter der Aktionswochen 2026 sowie die neue Website der Stiftung, die im Herbst online gehen soll. Sie stellte zudem neue Projekte vor, darunter die geplanten Aktionen zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai.

Vor der Mittagspause sprach Dr. Theo Zwanziger, Mitbegründer der Stiftung, über ein neues Projekt zur Erinnerungskultur in Altendiez. Das Vorhaben wird mit vier Partnerinstitutionen umgesetzt und soll zeigen, wie auch kleinere Kommunen wirksame Erinnerungsarbeit leisten können. Es setzt auf Nachhaltigkeit und digitale Elemente.

Der Nachmittag stand im Zeichen des Austauschs in vier thematischen Arbeitsgruppen, etwa zu Engagement gegen Rechtsextremismus oder zu niedrigschwelligen Aktionsformen bei begrenzten Finanzmitteln. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt.

Das Schlusswort hielt Anne Hosemann von der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg. Sie lud zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 am 16. März in Potsdam ein, wo ein vielfältiges Programm mit Diskussionen und Filmvorführungen geplant ist.

Den Abschluss des Tages bildeten erneut Tischgespräche, die den Teilnehmenden Gelegenheit boten, sich zu aktuellen Themenschwerpunkten der Stiftung auszutauschen.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 finden vom 16. bis 29. März unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ statt. Koordiniert werden sie von der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

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